2. Anschreiben an Herrn Oberbürgermeister Thomas Geisel vom 21.02.2018 mit der Bitte um Unterstützung

Schreiben an
Oberbürgermeister Thomas Geisel für die Landeshauptstadt Düsseldorf
und zur Kenntnis an die
SPD-Ratsfraktion,
FDP-Ratsfraktion,
CDU-Ratsfraktion,
Grüne-Rat und
3. Bürgermeisters der Landeshauptstadt Düsseldorf und Vorsitzender des Schulausschusses Wolfgang Scheffler

Elternbündnis „Gutenberg in Gerresheim“ fordert, dass die Zusagen der Schulverwaltung vom 13.12.2017 eingehalten werden

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Geisel,

die Erleichterung bei Kindern und Eltern war groß, als Florian Dirszus vom Schulverwaltungsamt am 13.12.2017 erklärte, dass die Gutenberg-Dependance an der Diepenstraße aus Sicht des Schulträgers und der Schulaufsicht bleiben darf. Die entsprechende Vorlage werde am 27.02.2018 dem Schulausschuss zum Beschluss vorgelegt, sagte Herr Dirszus zu.

Nun stellen wir fest, dass die Schulverwaltung die Vorlage NICHT eingereicht hat. Herr Dirszus, den Sie uns als Ansprechpartner genannt haben, hat uns nicht über die Gründe informiert. Das Elternbündnis ist enttäuscht über den Umgang der Verwaltung mit unserem Anliegen und mit uns als BürgerInnen.

Alle uns gegenüber am 13.12.2017 gemachten Zusagen hat Herrn Dirszus nicht eingehalten. Damit reiht sich ein Wortbruch in eine Reihe von Wortbrüchen ein.

Zur Erinnerung:

Im Juli 2017 waren die Schließungspläne bekannt geworden. Mit dem daraufhin gegründeten Elternbündnis „Gutenberg in Gerresheim“ forderten wir in einem Schreiben an Sie vom 13. Juli den Erhalt dieser Grundschule in Gerresheim. Mit Ihrer Antwort am 22. August sagten Sie uns zu, dass die Verwaltung ihre Pläne überdenken werde. Als Ansprechpartner der Verwaltung stellte sich uns der stellvertretende Leiter des Schulverwaltungsamtes, Herr Florian Dirszus vor.

Ende August beschloss der Schulausschuss in Absprache mit den Parteien die Durchführung eines moderativen Verfahrens zwischen der Aloys-Odenthal-Grundschule und der Gutenberg Grundschule. Die Durchführung sollte zunächst noch vor den Anmeldungen zur Grundschule im Oktober erfolgen. Die Anmeldeunterlagen sollten neu versandt werden, um die bereits nicht mehr aufgeführte Gutenberg-Dependance am Standort Diepenstraße wieder als Anmeldemöglichkeit kenntlich zu machen. Beide Zusagen hat Herr Dirszus nicht eingehalten.

  1. Es erfolgte aus Kostengründen keine Neuversendung. Dies konnten wir nachvollziehen, erbaten aber eine Information durch Aushang in den beteiligten Kitas, was sehr schleppend erfolgte.
  2. Das moderative Verfahren wurde auf November verschoben. Das heißt, dass viele Eltern ihre Kinder an einem zu diesem Zeitpunkt „unsicheren“ Teilstandort angemeldet haben.

Wir als Elternbündnis haben daraufhin beschlossen, uns nicht öffentlichkeitswirksam darüber zu beschweren, sondern haben das Vorgehen der Verwaltung stillschweigend hingenommen und auf ein Wohlwollen sowie unseren Dialog vertraut. Wir haben uns darauf konzentriert, für die Schule und den Tag der offenen Tür zu werben. Auch hier wurden wir eingeschränkt. Aus uns gegenüber nicht dargelegten Gründen musste das einseitige DIN A4 Blatt zur Bewerbung des „Tages der offenen Tür“ an der Eingangstür der Dependance abgehangen werden. Wir wurden als „hochaggressive Elternschaft“ diffamiert. Dabei teilte Herr Dirszus unsere Einschätzung, dass unser Aushang, eine Einladung für Kindergartenkinder und ihre Eltern, in keiner Weise diese Intervention notwendig gemacht hat. Wir sind nicht den Weg des Streits und Angriffs mitgegangen, um eine weitere Zuspitzung der Auseinandersetzung zu vermeiden.

Im Oktober haben sich – trotz der enormen Unsicherheit über die Zukunft des Standortes – 40 Familien mit ihrem schulpflichtigen Kind für den Teilstandort angemeldet und sich bewusst für das Konzept der Gutenberg Grundschule ausgesprochen. 11 Kindern konnte kein Platz angeboten und sie mussten an andere Grundschulen umberaten werden.

Im November erfuhren wir – auch erst auf unsere Nachfrage hin – dass das moderative Verfahren abgesagt sei. Nach mehrfacher Bitte zum Stand des Verfahrens teilte uns am 13.12.2017 Herr Dirszus folgende Ausführungen mit, mit der ausdrücklichen Legitimation zur Weiterleitung an die Eltern:

  1. In Absprache mit der Schulleitung und der Schulpflegschaft der Aloys-Odenthal-Grundschule wird die Stadt Düsseldorf auf das moderative Verfahren verzichten und die dauerhafte Existenz beider Schulen am Standort Diepenstraße 24 verlässlich festschreiben.
  2. Der Schulträger teilt hierzu mit: „Das Schulgebäude ist räumlich und baulich so angelegt, dass das Miteinander beider Grundschulen gut funktionieren kann.“
  3. In der Sitzung des Schulausschusses am 27.02.2018 soll – nach einer Vorlage der Verwaltung – der notwendige Beschluss über die Vierzügigkeit der Gutenberg Grundschule (mit dann 3 Zügen an der Grafenberger Allee und einem Zug am Teilstandort Diepenstraße 24) durch die Politik herbeigeführt werden.
  4. Anfang 2018 werden auf Einladung des Schulverwaltungsamtes die Schulleitungen und Schulpflegschaften beider Grundschulen für einen ersten Austausch und Absprachen über schulinterne Planungen (Termine, gemeinsame Feste, gemeinsame Gestaltung und Nutzung des Außengeländes) zusammenkommen.

In der Annahme, auf diese Zusagen vertrauen zu können, haben wir abgewartet. Zu Beginn des Jahres erinnerten wir Herrn Dirszus und Herrn Scheffler als Schulausschussvorsitzenden an unseren Tagesordnungspunkt. Dieser ist jedoch in der Schulausschusssitzung am 27.02.2018 als Tagesordnungspunkt wider Erwarten nicht vorgesehen. Wir als Elternbündnis wurden nicht einmal über eine kurze Email zu den Gründen oder zum aktuellen Stand des Verfahrens aufgeklärt.

Sichtlich empört wenden wir uns nun an Sie. Wir vermissen die Umsetzung des Zugesagten in Taten. Wir fühlen uns nicht ernst genommen und bitten Sie, sich unserem Anliegen persönlich anzunehmen.

Bitte bringen Sie den Beschluss zügig auf den Weg. Die faktische Vierzügigkeit der Gutenberg Schule geht im Sommer in das fünfte Jahr, die Dependance ist in Gerresheim nach drei Jahren für uns Anwohner fest etabliert. 40 Familien meldeten sich für 29 Plätze an, und dies nicht ohne Grund.

Bitte tragen Sie als Stadtvater Sorge dafür, dass die Gutenberg-Dependance am Teilstandort Diepenstraße 24 endlich offiziell festgeschrieben wird und stellen Sie somit eine Rechtsverbindlichkeit für die BürgerInnen her.

Es gelang uns mit viel Engagement an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung heranzutragen, dass der Elternwille sich von den strategischen Plänen der Stadt unterscheidet.

Wir hatten den Eindruck, dass unsere Argumente auf offene, vor allem aber auf interessierte Ohren gestoßen sind. Denn etliche Aspekte des pädagogischen Konzeptes der Gutenberg Grundschule überzeugen und stellen ein Alleinstellungsmerkmal dieser Grundschule in unser Wohnregion dar.

Wir wurden von August auf Oktober, auf November, auf Dezember, auf Februar – auf April? vertröstet.

Wann werden aus den Zusagen Ihrer Schulverwaltung formelle Beschlüsse, Herr Geisel?

Wir erbitten zeitnah Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

im Namen aller 10 SprecherInnen
im Namen von 131 Kindern und ihren Eltern im Wohnquartier

das Elternbündnis „Gutenberg in Gerresheim“